Füllfeder einführen

Tolle Idee und praktische Tipps zur Unterrichtsgestaltung

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Aha
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Füllfeder einführen

Beitrag von Aha » Freitag 23. Januar 2009, 19:19

Wann führt ihr die Füllfeder ein?
Und außerdem: WIE macht ihr das?
Welche Geräte lasst ihr verwenden?
Was lasst ihr mit Füllfeder schreiben, was soll weiterhin mit Bleistift geschrieben werden?
Wie handhabt ihr das mit Tintenkillern? Erlaubt oder nicht? Mit Einschränkungen?

(Um jetzt nicht nur zu fragen, sondern auch was halbwegs Produktives zu bringen, schreib ich jetzt mal, wie ichs heuer vorhab:)

Ich werd meiner Klasse demnächst Zettel mitgeben, dass wir nach den Semesterferien anfangen wollen, mit der Füllfeder zu schreiben.

Für die Kinder meiner Klasse ist es vermutlich besser, so moderne Tintenroller zu verwenden, weil sie feinmotorisch nicht die geschicktesten sind und schon mit dem Bleistift recht fest andrücken. Da denk ich, dass die Tintenroller weniger klecksen als richtige Füllfedern.

Einführen will ich die Füllfeder mit einem Füllfederheft, in dem (mit einer Geschichte verknüpft) verschiedene Bewegungen geübt werden sollen, ähnlich den Feinmotorik-Übungen Anfang 1. Klasse (Striche, Kreise, Schlaufen...).

Am Anfang will ich auch nicht alles mit Füllfeder schreiben lassen... unter anderem, damit sie (zumindest vorerst) etwas Besonderes bleibt, mit dem man schön schreibt.

Was die Tintenkiller angeht, bin ich noch total unschlüssig. Ich finds nicht schön, wenn alles "gekillert" ist und vielleicht sogar Löcher in den Heften entstehen. Wenn sie aber ihre Fehler mit Lineal durchstreichen sollen, schaut das auch nicht wirklich ordentlicher aus. Ich hätt ja gern eine klare Linie (bis nach den Semesterferien hab ich die bestimmt auch), aber noch bin ich, was dieses Thema angeht, sehr unsicher. Wie macht ihr das denn?

Liebe Grüße von einer über jede Antwort dankbare
Alexandra

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@ndrea
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Beitrag von @ndrea » Freitag 23. Januar 2009, 20:17

Ich mach das so:

In der Zeit v. Weihnachten bis Semester kann jeder entscheiden, womit er schreibt. Und man kann auch wechseln. Wenn jemand ganz schlimm schmiert, verbiete ich allerdings die Füllfeder. Doch die meisten Kinder bemühen sich viel mehr.

Killer ist erlaubt, sogar Pflicht. Wer keinen hat, darf nicht mit F. schreiben. Was ich nicht leiden kann sind "Fehlerpickerln". Lieber sauber mit dem Lineal durchsteichen, wenn's schon sein muss.

Ab Semester soll dann jeder m. Füllfeder schreiben, Ausnahmen gibt's aber doch. Da machen wir dann auch div. Übungen zur Feder.
LG :hello2: @ndrea

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Beitrag von dagiw » Samstag 24. Januar 2009, 09:46

Ich hab auch schon den Eltern gesagt, dass wir nach den Semesterferien mit Füllfeder schreiben wollen.
Wie ich das genau organisieren werde, weiß ich aber auch noch nicht.
Ich möchte nicht wirklich viel feinmotorische Übungen machen, weil ich nicht wirklich die Zeit hab - oder sie mir nicht nehmen will, wenns nicht unbedingt nötig ist.
Tintenkiller ist bei mir auf jeden Fall erlaubt. Ich hab auch den Eltern gesagt, dass sie eine Füllfeder oder Rollerball kaufen müssen, der löschbar ist.

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Beitrag von @ndrea » Samstag 24. Januar 2009, 10:20

Gibt's welche, die nicht löschbar sind?
LG :hello2: @ndrea

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Beitrag von dagiw » Samstag 24. Januar 2009, 10:34

Rollerball gibts schon die nicht gut löschen gehen, hat mir eine Kollegin gesagt.

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Beitrag von @ndrea » Samstag 24. Januar 2009, 11:28

Ich dachte, die Füllung (Partone) macht's aus.
LG :hello2: @ndrea

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füller

Beitrag von Lilli » Samstag 24. Januar 2009, 18:44

wir haben so mitte klasse 2 angefangen. ich habe den eltern gesagt, dass ein füller oder ein tintenroller ein gutes weihnachtsgeschenk ist.
wir haben von lamy den schreiblernfüller und den s'move it von stabilo empfohlen. bei letzterem verlieren die kinder bloß schnell den deckel.

ich habe mit den kindern anfangs immer erst aufwärmübungen für arme und schultern gemacht.
ich hatte den "füllerführerschein" von johann roessler, persen verlag. nach einigen gemeinsamen einführenden stunden konnten die kinder selbstständig damit arbeiten. und waren eigentlich sehr motiviert. die ersten stunden habe ich aber mit allen zusammen gemacht. ich bin herumgegangen und habe bei jedem kind auf körperhaltung und stifthaltung geachtet...

tintenkiller ist bei uns gar nicht erlaubt, die kinder müssen durchstreichen (mit lineal).

in deutsch und sachunterricht wird ins heft grundsätzlich mit füller geschrieben, ins matheheft dagegen mit bleistift. arbeitsblätter werden meist auch mit bleistift bearbeitet. arbeitshefte in deutsch und mathe werden auch mit bleistift bearbeitet, weil es sonst durchdrückt und man radieren kann.

ich habe auch zwei kinder, die motorisch überfordert sind und kaum mit füller schreiben.

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Beitrag von @ndrea » Samstag 24. Januar 2009, 22:53

Wenn sich bei mir zeigt, dass Kinder m. d. F. überfordert sind, dürfen sie natürlich so lang mit Bleistift schreiben bis sie auch so weit sind.
LG :hello2: @ndrea

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Tintenkiller

Beitrag von Heike » Dienstag 27. Januar 2009, 18:26

Der Tintenkiller hat auch Nachteile. Manche Kinder konzentrieren sich weniger, wenn sie wissen, dass sie alles verbessern können und außerdem dauert es immer ewig, bis sie mit dem Verbessern fertig sind. Das kann bei Diktaten sehr nervig sein.

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Beitrag von @ndrea » Dienstag 27. Januar 2009, 18:34

Naja, man kann nur 1x verbessern, im Gegensatz zum Bleistift...-kein wirklicher Vorteil.
LG :hello2: @ndrea

stone
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Beitrag von stone » Donnerstag 29. Januar 2009, 22:09

Ich hab die Füllfeder immer relativ bald am Anfang der 2. Klasse eingeführt. Roller oder Feder war mir immer egal.
Tintenkiller ist mir genau so wichtig wie der Radiergummi beim Bleistift. Ich kann es nämlich nicht leiden, wenn über was Falsches einfach drüber geschmiert wird, ohne das Falsche vorher zu entfernen.

Eingeführt hab ich die Füllfeder meist mit Stationen mit echten Federkielen (dicke Gänsefeder schräg anschneiden), mit Redisfedern (ich bin mir nicht sicher, ob die so heißen: das sind so Metallfedern mit einem kreisförmigen, flachen Ende in verschiedenen Stärken), Spitzfedern, diversen Schönschreibfedern und Tintenfässern und viiiiel Papier.
Ich machte die Kinder auf behutsamen und richtigen Umgang damit aufmerksam und sie durften bei den Stationen Schlingen, Kurven, etc. und ihren Namen ausprobieren.

Auch die richtige Handhabe der eigenen Füllfeder (richtiges Patroneneinsetzen,etc.) und Schreib - und Zeichenexperimente (!), z.B. Fantasietier mit Muster versehen, füllten vorher einige Stunden.

Meist verband ich diese Stunden mit Sachunterricht (womit man früher geschrieben hat)....oder Zeichnen.

Für den Tintenkiller gab´s auch eine eigene Einführungsstunde.
Papier mit Tinte komplett einstreichen, trocknen lassen und mit Tintenkiller zeichnen lassen.

Oder Geheimbotschaft: erst mit dem Killer was auf´s weiße Papier schreiben, der Empfänger übermalt es mit Pinsel und Tinte, bis es zum Vorschein kommt.....

Und wenn wir uns "satt" experimentiert haben, geht´s ans Schreiben und zwar überall - außer in den Büchern(!) Da sind die Seiten oft so schlecht, dass es schmiert, plötzlich breite Schreiblinien ergibt und sich durchdrückt.Da bleiben wir immer beim Bleistift.
In Mathe schreiben dir Kinder auch mit Tinte, außer geometrische Zeichnungen, die werden mit dem Bleistift gemacht. Und Aufsätze werden am Blockettel immer mit Bleistift erfunden... (Aber in der 4. Klasse landen auch die Erstentwürfe der Aufsätze direkt mit Tinte im Aufsatzheft - damit sie sich wegen der Schularbeiten gleich daran gewöhnen)

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Beitrag von magdazeini » Freitag 30. Januar 2009, 20:25

Ich übernehme als Karenzvertretung nun eine zweite Klasse, meine Kollegin hat nach Weihnachten die Füllfeder eingeführt.

Sie hat alles erlaubt, außer die Radierstifte, weil die angeblich irgendwann nicht mehr lesbar sind (btw, weiß da jemand was Genaueres?)

Ob Tintenkiller oder nicht, bin ich mir noch nicht ganz sicher, allerdings glaub ich werd ich sie schon erlauben, weil ich lieber was Ausgebessertes neu geschrieben seh, als das Falsche durchgestrichten und daneben (oder vielleicht auch noch darüber) das Richtige.

Sie hat die Kinder überall mit Füllfeder schreiben lassen, außer in einem Übungsheft, das "nur" zum Denken da ist, und wo die Kinder auch mehrmals ausbessern können sollen. Ich denk mal, dass ich das so lassen werd - wozu die Kinder großartig umgewöhnen? Das Einzige, was ich vielleicht noch einführe bzw. umändere ist die Verwendung der Füllfeder bei Arbeitsblättern. Ich weiß nicht, da mag ich es irgendwie gar nicht, wenn Kinder mit Füllfeder schreiben. Ich hab das Gefühl, dass Arbeitsblätter sowieso oft schlampiger gemacht werden als Aufgaben im Heft, und wenn die dann auch nicht angemessen verbessert werden können (weil vielleicht zu Hause schon gekillert wurde), dann mag ich das gar nicht.

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Beitrag von stone » Freitag 30. Januar 2009, 22:07

zu den Radierstiften:
Meine eigenen Kinder schreiben auch damit und es ist nichts negativ daran.
Aaaaaaaber: mir ist etwas Witziges(?) passiert:
Ich wollte einmal auf die Rückseite bereits beschriebener Blätter was draufkopieren und schob den Stapel in den Kopierer. Und als die Blätter frisch kopiert wieder an die Oberfläche kamen, war bei den Kindern, die mit diesen Stiften geschrieben hatten, die Vorderseite verschwunden.

Wir machten daraufhin den Test (ganze Klasse versammelte sich um den Kopierer) , beschrieben ein Blatt, schoben es danach unten in den Kopierer und ließen es durchlaufen....traraaaaa... durch die Hitze im Kopierer verschwindet tatsächlich die Schrift! Das war ein Hallo!

Ich hab aber gelesen (allerdings noch nicht ausprobiert), dass durch Lagerung in der Tiefkühltruhe die Schrift wieder sichtbar werden soll....
Hehehe, das wär doch ein Experiment wert, was meint ihr?

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Beitrag von magdazeini » Freitag 30. Januar 2009, 22:32

stone hat geschrieben:zu den Radierstiften:
Meine eigenen Kinder schreiben auch damit und es ist nichts negativ daran.
Aaaaaaaber: mir ist etwas Witziges(?) passiert:
Ich wollte einmal auf die Rückseite bereits beschriebener Blätter was draufkopieren und schob den Stapel in den Kopierer. Und als die Blätter frisch kopiert wieder an die Oberfläche kamen, war bei den Kindern, die mit diesen Stiften geschrieben hatten, die Vorderseite verschwunden.
Witzig, das könnt ich doch glatt mal mit den Kindern ausprobieren... dann muss einfach mein eigener Stift herhalten. Ich hab übrigens auch festgestellt, dass es einige Papieroberflächen gibt, die ganz hässlich werden, wenn darauf mit dem Stift radiert wird.
stone hat geschrieben:Ich hab aber gelesen (allerdings noch nicht ausprobiert), dass durch Lagerung in der Tiefkühltruhe die Schrift wieder sichtbar werden soll....
Hehehe, das wär doch ein Experiment wert, was meint ihr?
Oja, erzähl unbedingt, wie das Experiment ausgegangen ist, falls du es wirklich ausführst. Ha - jetzt hab ich schon ein witziges Pausengespräch für Montagmorgen :)

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Beitrag von Ingeborg » Samstag 31. Januar 2009, 12:45

Mir ist einmal beim Laminieren ein "Steckbrief" eines Kindes verschwunden - außer einem Buchstaben, der mit anderem Stift eingefügt war - muss wohl auch so ein Stift gewensen sein.... :wink:

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