Lesetagebuch

Tipps für gute, empfehlenswerte Literatur und ergänzendes Material

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Lili
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Lesetagebuch

Beitrag von Lili » Montag 1. September 2008, 11:02

Ich bin neu hier im Forum und stelle jetzt einfach einmal eine mir wichtige Frage... und hoffe, dass ich Reaktionen bekomme und anschließend klüger bin.

Zum neuen Schuljahr übernehme ich eine dritte Klasse, in der ich unter anderem Deutsch unterrichten werde. Da ich dieses schon lange nicht mehr getan habe, bin ich ein bisschen unsicher.

Um die Kinder zum Lesen anzuhalten, habe ich mir überlegt, ein Lesetagebuch einzuführen, in dem Kinder Titel, Autor und Verlag des jeweiligen Buches eintragen sollen, weiter mindestens fünf Sätze zu jedem gelesenen Buch schreiben sollen und noch mindestens einen Beitrag zum Gelesenen machen sollen (z.B. ein Bild malen, die schönste Buchstelle abschreiben, ein Bild aus einer Zeitschrift oder ähnlichem, das zum Buch passt, ausschneiden und einkleben, aufschreiben und begründen, welche Figur aus dem Buch sie gerne wären...). Jedes Kind sollte dann mindestens ein Buch im kommenden Schuljahr den anderen vorsellen (allerdings keine "offizielle" Buchpräsentation.

Hat von euch jemand Erfahrung damit? Kommt so etwas bei den Kindern (gut) an?

Die frühere Klassenlehrerin hat halt mit kleinen Geschenken die Kinder belohnt fürs Lesen. Aber davon will ich eigentlich Abstand nehemen...

Danke für eure Antworten!

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sabsi
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Beitrag von sabsi » Montag 1. September 2008, 15:56

Meine Kids haben in der zweiten Klasse freiwilllig ein Buch vorgestellt (1 pro Semester).
Den Anfang habe ich gemacht, damit sie wussten was ich von ihnen erwarte. Danach haben sich zwei ganz fleißige Mädchen gemeldet und perfekte Buchvorstellungen gemacht. Ab diesem Zeitpunkt war der Schneeballeffekt da. Alle wollten schon so "groß" sein für eine Buchvorstellung. Ich musste die Kids sogar ein bisschen bremsen, sonst hätte ich nur noch Buchvorstellungen gehabt. :wink:
Jetzt in der dritten müssen sie ein Buch vorstellen, aber das wird sicher kein Problem.

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dagiw
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Beitrag von dagiw » Montag 1. September 2008, 19:12

Inwiefern haben die Kinder das Buch in der 2. Klasse vorgestellt?
Ich hab das in 4. Klassen gemacht, aber weiß nicht genau, wie ich das in einer 2. Klasse machen könnte. :?:

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sabsi
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Beitrag von sabsi » Montag 1. September 2008, 19:23

Wie gesagt hatte ich großes Glück mit dem Schneeballeffekt.
Die Kinder stellten sich vor die Klasse mit dem Buch in der Hand. Zu Beginn nannten sie Autor und Titel und danach erzählten sie frei und in eigenen Worten über den Inhalt. Einige Kinder bauten sogar wörtliche Reden ein und verstellten ihre Stimme dabei. :D
Die Kinder meldeten sich dazu immer freiwillig und kündigten sich ca. 2 Tage bis eine Woche vorher an. Ich habe die Kinder danach immer sehr gelobt, mehrfach betont wie stolz ich auf sie bin und natürlich gab es tosenden Applaus.
Das schöne daran war, dass die Kinder merkten, dass sie mit dieser Buchvorstellung etwas ganz besonders vollbringen.
Die vorgestellten Bücher waren selbst gewählt, da war vom Pixi- bis zum Sachbuch wirklich alles dabei.

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Beitrag von ~VIA~ » Freitag 14. August 2009, 18:01

meine schüler halten mit begeisterung redeübungen...schon seit der zweiten klasse...sogar die schüchternsten kids trauten sich...in der dritten durften sie sich zwischen einer buchpräsentation oder einem thema (tiere, länder, etc.) entscheiden...viele wollten auch zwei referate machen...
ich habe damit sehr gute erfahrungen gemacht...je früher man damit beginnt, desto besser...kein einziges kind hat in der vierten scheu davor, vor der klasse zu stehen und zu reden...
ich hatte immer ein problem damit und war total nervös, da ich es nie "trainierte" oder in einer mir vertrauten umgebung auszuprobieren
:wink:

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Beitrag von schulbär » Sonntag 16. August 2009, 21:43

Ich hatte vergangenes Jahr auch eine dritte Klasse. Im 2. Semester stellte jedes Kind sein Lieblingsbuch vor. Sie mussten auch eine kurze Zusammenfassung schreiben, Autor, ISBN-Nr. etc aufschreiben und ein Bild dazumalen. Diese hab ich in einer Mappe gesammelt. Die Kinder haben gerne darin geblättert und "nachgelesen". In der 4. Klasse werde ich im 1. Sem. wieder ein Buch vorstellen lassen und im 2. Sem. ein Tier, ein Hobby, ein Sachthema.
Was habt ihr eigentlich in der 4. Klasse diesbezüglich gemacht?
LG

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Beitrag von @ndrea » Montag 17. August 2009, 10:54

Genau so hab ich es auch gemacht: 3.Kl. Buch, 4.Kl. Sachthema frei gewählt.

3.KL.: Dazu gab es ein "Formular", das ausgefüllt und auch m. einer Zeichnung versehen werden sollte.

4.Kl.: Es sollte ein Plakat zum gewählten Thema gestaltet werden.

Beides wurde aufgehängt.
LG :hello2: @ndrea

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Re: Lesetagebuch

Beitrag von Emilia » Montag 5. März 2012, 10:49

Bei uns gibt es Blumen in der Klasse, wo die Kinder für jedes gelesene Buch einen MArienkäfer auf ein Blatt kleben dürfen. Ist halt für die WenigleserInnen nicht so erbaulich, wenn jeder täglich sieht wie wenig Käfer erst da sind... (und nicht für alle ein Ansporn).
Es gibt doch irgendein neues System im Internet wo man sich eintragen kann und je nach Buchstärke soundsoviele Punkte bekommt, mir fällt grad der Name nicht ein? Wir verwenden es aber nicht.
Geschenke für Lesen halt ich für daneben, bei allem Respekt - LEsen ist eine schöne Sache für sich und braucht m.E. keine materielle Belohnung!!
(Aber eine Kindergartenmutter schenkte ihrem Mädel jeden Tag ein Überr.-Ei oder Ähnliches, wen sie in den Kindergarten ging, lso das Belohnungssystem treibt seltsame Blüten)

Ich seh, dein Beitrag ist ja schon älter, was ist denn rausgekommen? Berichte mal! :D

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Re: Lesetagebuch

Beitrag von Moka » Dienstag 6. März 2012, 09:29

Lili hat geschrieben:Um die Kinder zum Lesen anzuhalten, habe ich mir überlegt, ein Lesetagebuch einzuführen, in dem Kinder Titel, Autor und Verlag des jeweiligen Buches eintragen sollen, weiter mindestens fünf Sätze zu jedem gelesenen Buch schreiben sollen und noch mindestens einen Beitrag zum Gelesenen machen sollen (z.B. ein Bild malen, die schönste Buchstelle abschreiben, ein Bild aus einer Zeitschrift oder ähnlichem, das zum Buch passt, ausschneiden und einkleben, aufschreiben und begründen, welche Figur aus dem Buch sie gerne wären...). Jedes Kind sollte dann mindestens ein Buch im kommenden Schuljahr den anderen vorsellen (allerdings keine "offizielle" Buchpräsentation.
Ähnlich wie du setze ich gerade um. Die KK führen eine Liste (Raster) über ihre gelesenen Bücher seit der 2. Klasse.
Seit der 3. Wird zu jedem Buch ein A4 Blatt gestaltet (wie von dir beschrieben) und dazu gehängt.
Seit 1 Monat hat jedes Kind einen Antolin-Account, hier sind sie gerade dabei, ihre Bücher zu überprüfen ... tw mit gr. AHA, denn jetzt sieht man/sehen die KK, wie wenig sie sich entweder gemerkt oder verstanden haben .... der Ehrgeiz wurde sehr groß, möglichst GUT abzuschneiden
Zum Vorstellen eines Buches kommen wir nur wenig, da wir seit der 2. Klasse Sachplakatpräsentationen zu Tieren oder Pflanzen machen, dazu gibt es auch immer selbst verfasste Lückentexte zur Festigung für gesamte Klasse für das Su-Heft
~~~~~~~~~~~~
Carpe diem, Moka

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Re: Lesetagebuch

Beitrag von march » Dienstag 6. März 2012, 17:52

Auch ich habe heuer ein Lesetagebuch eingeführt. Ein A4- Heft, ohne Lineatur. Die Kinder durften in BE den Umschlag selbstständig gestalten.
In diesem Schuljahr (4.Klasse) müssen sie 7 Bücher lesen, die sie im Lesetagebuch bearbeiten. Zu jedem Buch mindestens eine Doppelseite.
Sie nehmen es gerne an. Ihnen macht es Spaß. Jedes Kind kann Bücher wählen, die zu ihnen/ für sie passen. Einige Kinder sind schon fertig mit dem Leseauftrag. Andere haben erst ein Buch bearbeitet. Mal schaun, wie es dann am Ende des SJ aussieht... :-)

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Re: Lesetagebuch

Beitrag von metti » Dienstag 6. März 2012, 23:50

Ein Lesetagebuch ist immer eine schöne Sache....

Unabhängig davon machen wir zur Lesemotivation folgendes: wir frühstücken immer an unserem großen Tisch im Sitzkreis. Jeweils 1 Kind (das wird in einem langen Plan vorher festgelegt) bringt an einem Tag ein Buch mit und liest daraus vor. Anschließend können die anderen Fragen zum Buch stellen. So lernen viele Kinder viele Bücher kennen und werden neugierig. Die Kinder sagen dann auch z.B. "Du hast gut vorgelesen.... du hast ein spannendes Buch ausgesucht" und sprechen so ihre Anerkennung aus.
Man kann die Fortschritte im Vorlesen dabei sehr schön beobachten.

LG metti

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Re: Lesetagebuch

Beitrag von Jurislein » Samstag 16. Februar 2013, 13:11

Hallo!

Eure Ideen zu einem Lesetagebuch haben mich sehr neugierig gemacht. Es werde es auf jeden Fall nächstes Jahr ausprobieren!

@March: Wie erging es den Schülern, die erst 1 Buch im März hatten? Haben Sie es geschafft? Wie hast du sie motiviert?

lg

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Re: Lesetagebuch

Beitrag von myway3 » Sonntag 16. Februar 2014, 12:47

Ich habe eine Lesemappe....in die kommen A4 Blätter ( von mir selbst konstruiert), auf denen man den Tittel des Buches, den Autor eintragen muss, dann anzukreuzen, welche Art Buch es ist( Sachbuch, Fantasiegeschichte etc., weiters zum Ankreuzen wie das Buch für die Kinder ist (spannend, lehrreich, lustig, traurig, langweilig etc.), dann einw wichtige Figur bzw. einen Gegenstand des Buches aufschreiben, dann "Am Buch hat mir gefallen:_______________, Am Buch hat mir nicht gefallen: ____________ )" und zum Schluss, ob man das Buch weiter empfiehlt oder nicht.

Ich habe das ganze für mich ganz kurz gefasst, ich zeichne so und so mit meiner Klasse sehr viel, da muss nicht bei jedem Blatt noch eine Zeichnung dabei sein und auch keine Inhaltsangabe.

Dieses Blatt füllen die Kinder für jedes gelesene Buch aus und neue leere Blätter können bei Bedarf von den Kindern geholt werden.

Ab und zu sammle ich die Lesemappen ein und schaue sie durch.

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Re:

Beitrag von magdazeini » Montag 17. Februar 2014, 08:46

Lili hat geschrieben:Die frühere Klassenlehrerin hat halt mit kleinen Geschenken die Kinder belohnt fürs Lesen. Aber davon will ich eigentlich Abstand nehemen...
Geschenke find ich auch nicht wirklich zielführend - diese Einstellung, Kinder für alles belohnen zu müssen, mag ich nicht. Meine haben auch z.B. mal eine Zeit lang gedacht, sie bekommen etwas geschenkt, wenn am Morgen alle Kinder alles abgegeben haben...

Beim Lesen haben meine Parallelkollegin und ich jetzt beide eine große Vase in der Klasse stehen, für jedes gelesene Buch (egal ob zu Hause oder in der Schule) darf ein Stein in die Vase. So sehen wir Stück für Stück, wie sich unsere "Lesevase" füllt.
Ich hab zwar keinen Überblick, welches Kind wie viele Bücher gelesen hat und ob auch wirklich alle Steine für gelesene Bücher stehen, aber zusätzlich verwende ich in der Klasse Antolin und mache zu Lesehausübungen, die ich auch in der 3. Klasse beinahe täglich gebe, Lesefragen.
@ndrea hat geschrieben:Genau so hab ich es auch gemacht: 3.Kl. Buch, 4.Kl. Sachthema frei gewählt.

3.KL.: Dazu gab es ein "Formular", das ausgefüllt und auch m. einer Zeichnung versehen werden sollte.

4.Kl.: Es sollte ein Plakat zum gewählten Thema gestaltet werden.

Beides wurde aufgehängt.
So läuft es auch bei mir. Heuer stellen die Kinder ein frei gewähltes Buch vor (auch mit Hilfe eines Formulars, das sie von mir haben), nächstes Jahr werden es dann Referate. Allerdings werde ich da - denke ich - schon im Wintersemester beginnen, damit nicht alles geballt im Sommersemester ist.

Die Lesetagebuchidee gefällt mir aber sehr gut! Die nächste Klasse kommt bestimmt, vielleicht probier ich das dann aus :)

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