Schulbuchbestellung bei offenem Unterricht

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nine
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Schulbuchbestellung bei offenem Unterricht

Beitrag von nine » Samstag 10. März 2007, 21:56

Hallo,
ich weiß nicht recht, wohin mit meiner Frage, also stelle ich sie erstmal hier herein ;-).

Ich werde im Herbst eine erste Klasse (in Österreich) übernehmen und möchte möglichst frei und differenziert arbeiten. Ganz ohne Schulbücher trau ich mich aber nicht.
Welche Bücher für Deutsch und Mathematik (in Überlegung auch für die kommenden Jahre) eignen sich gut als Begleitmaterial, das möglichst selbständig bearbeitet werden kann?

In Deutschland wird für Deutsch oft das Buch Bausteine genannt, ist das auch hier bei 'uns' erhältlich? Weiß da vielleicht jemand Bescheid?

Danke schon mal im voraus!

Regina
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Beitrag von Regina » Sonntag 11. März 2007, 12:56

Hallo liebe NINE!

Ich unterrichte in Deutschland /NRW eine jahrgangsübergreifende Klasse 2/3. Da muss ich schon notwendigerweise sehr offen und individualisiert unterrichten. (Was mir aber auch nicht immer so gelingt wie ich es mir vorgenommen habe!) Aus dieser Erfahrung heraus, kann ich dir nur vom Einsatz eines Schulbuches (gerade im Anfangsunterricht) abraten.
Dafür sind die heutigen Schüler einfach viel zu unterschiedlich in ihren Vorraussetzungen, als dass alle am 1. September mit dem Buchstaben A, dann B und irgendwann im Frühjahr darauf mit Q anfangen und arbeiten müssten.
Empfehlen kann ich dir das Material der Rechtschreibwerkstatt (www.rechtschreibwerkstatt.de) und die Arbeitshefte vom jandorf-Verlag
(www.jandorfverlag.de). Beide Materialien können nach einer kurzen gemeinsamen Einführung von den Kindern selbstständig und im eigenen Lerntempo bearbeitet werden. In Mathematik hatte ich für meine damalige Stufe Eins nur das Übungsheft Bärenstark und selbst erstellte Übungsmappen (z.B. Bruno Rechenbär). Einige der guten Rechner waren schon nach wenigen Wochen mit den Aufgaben durch und haben dann mit der damaligen Stufe 2 das Einmaleins gelernt.
Der Anfang in der Mischung war nicht leicht, aber mittlerweile gefällt es mir total gut und ich möchte nicht mehr anders arbeiten (müssen).

Lieben Gruß und viel Freude bei der Vorbereitung
Regina

Achja, meine Ausbildungslehrerin hat mir damals bei meiner Ausbildung geraten, ich sollte mich vor den Spiegel stellen und sehen, welches Hemd mir passt - sprich- ich sollte lernen, meinen eigenen Stil in der Arbeit zu entwickeln und nicht zu versuchen, andere zu kopieren. Was bei der einen Lehrerin vielleicht gut klappt, ist für mich nur schwer unmzusetzen.
Deshalb folge bei allen guten Tipps auch deinem Bauchgefühl.

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niuw
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Beitrag von niuw » Sonntag 11. März 2007, 19:23

Ich kann dir auch nur raten auf deinen Bauch zu hören, möchte dir aber auch sagen, dass ich bei meinem ersten Schuljahr froh war ein Lehrwerk im Hintergrund zu haben, dass mir Sicherheit gegeben hat. An meiner damaligen Schule war die Fibel "Fara und Fu" vorgeschrieben. Anfänglich konnte ich mich damit nur schwer anfreunden, habe dann aber gemerkt,wie sehr die Kinder das Material liebten und wie gut sie damit zurecht kamen. Die zusätzlichen Tafeltheater brachten dann immer wieder einen tollen Anlass zum freien Schreiben, so dass ich mich am Ende der eins selbst schwer von den Handpuppen trennen konnte.
Dazu habe ich dann allerhand Differenzierungsmaterial eingesetzt und denke eine gute Mischung gefunden zu haben. Viele Lehrwerke bieten jetzt schon von sich aus viele Differenzierungsmöglichkeiten, so dass sich ein Blick in das eine oder andere Werk sicher lohnen wird. Derzeit habe ich in NRW ein drittes Schuljahr in dem das Bausteine Buch genutzt werden muss. Dessen Vorzüge bleiben mir jedoch verschlossen, so dass ich das Buch bislang kaum einsetzen konnte.
Viele Grüße und viel Spaß beim entdecken deiner Möglichkeiten :flower:

nine
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Beitrag von nine » Sonntag 11. März 2007, 19:46

Hallo ihr beiden!

Da liegt ein kleines Missverständnis vor :wink: .
Es ist nicht mein erstes Jahr Unterricht, ich übernehme nur wieder eine erste Klasse :D. Bisher habe ich in D und M Bücher bestellt, zuerst nur teilweise benutzt, weil sie für meine Klasse nicht gut gepasst hatten, später habe ich dann einfach nur noch die Übungsteile bestellt, und ansonsten Material angeboten, das mir grad passend und wichtig erschienen ist.
Die Bücher zum Arbeiten frei geben, war leider nur wenig möglich, deshalb suche ich geeignetere Werke, die ich zur Verfügung stellen kann.

Danke für die Tipps. Die werde ich mir jetzt gleich mal näher ansehen. Bin aber nicht sicher, ob deutsche Verlage auch in unserer Schulbuchliste stehen und ob wir deutsche Bücher überhaupt bestellen können/dürfen.

annes
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Beitrag von annes » Sonntag 11. März 2007, 21:01

Also, ich hab gerade ein erstes Schuljahr - und im Fach Deutsch ohne Buch unterrichtet.
Wir haben das von Regina beschriebene Material der Rechtschreibwerkstatt genutzt - allerdings sehr modifiziert und z.B. mit der Vorgabe bestimmter Buchstaben.
Konkret: die Reihenfolge der zu bearbeitenden Buchstaben war vorgeschrieben, die Kinder arbeiteten in individuellem Tempo, mindestens jedoch so schnell wie der Buchstabe der Woche (sprich: entsprechend der Liste der Buchstaben war immer einer der Buchstabe der Woche). Wir haben uns bei der Reihenfolge der Buchstaben an der Tobi-Fibel orientiert, weil sie auch hervorragende Schreibanlässe zum freien Schreiben liefert. Andererseits kann ich dir auch die von Regina genannten Hefte des Jandorf Verlags empfehlen. Die Hefte Lies mal habe ich nach den Herbstferien differenziert zum Lesen eingesetzt. Auch gibt es dort ein Arbeitsheft zur Druckschrift. Dies könnte man gut nutzen, wenn man die Sachen der REchtschreibwerkstatt nicht nutzt. Schau doch mal auf deren Internetseite (www.jandorfverlag.de).
In Mathematik ist die Sache viel schwieriger. Als ehemalige Fachleitern (sprich: Ausbilderin für das Fach Mathematik) weiß ich, dass die Möglichkeiten hier begrenzt sind. Ich persönlich arbeite mit dem "Zahlenbuch" und den dazu gehörigen Materialien, z.B. "Handbuch produktiver Rechenübungen", in dem vieles von dem Konzept erklärt ist.
Mein Tipp: Konzentriere dich zunächst einmal auf den Bereich Deutsch - und unterrichte Mathe mit Buch und den Übungsformen von "mathe 2000".
Bei Fragen kannst du dich gerne noch mal melden.
Gruß
Anne
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Beitrag von Sabine O. » Samstag 17. März 2007, 18:39

Hallo!

Ich habe gerade eine erste Klasse und unterrichte sehr offen.

In Deutsch eignet sich dazu gut Lilos Lesewelt. Hier ist offener Unterricht auch ein großes Ziel. Wenn du die Buchstabenfolge aber frei geben willst, ist das nicht so günstig. Die Kinder lieben ihre Lilo.

In Mathematik habe ich NUR die Übungsteile von der Zahlenreise. Sie sind nur schwarz, d.h. ich kann auch das Montessori - Material verwenden, ohne dass es Schwierigkeiten mit den Farben gibt. Ich habe das Buch nun frei gegeben. Nach jedem Kapitel habe ich einen Punkt geklebt und die Kinder holen sich selbstständig eine "Rechenprobe" von mir. Das klappt super! Die Kinder arbeiten im eigenen Tempo.

Ich hoffe, ich konnte dir helfen!

LG Sabine

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Beitrag von nine » Samstag 17. März 2007, 19:32

Danke Sabine!!
Ich kenne beide Bücher, habe bei der Zahlenreise auch nur den Übungsteil, gebe den aber immer nur phasenweise mal frei (angsthasebin *g*). Nun bestelle ich das "Ich hab's 1" - die neue, überarbeitete Version, habe ich mittlerweile beschlossen.
Die Lilo hatte ich im jetzigen Durchlauf erst ab der zweiten Klasse und habe jetzt auch beschlossen, sie dieses Mal für die erste zu bestellen, u.a. auch wegen des sehr guten PC-Programms. Dass du damit gut frei arbeitest beruhigt mich ungemein!!!! *freu*

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Beitrag von sabine » Samstag 17. März 2007, 20:36

Hallo Nine und Sabine!

Ich habe eure Beiträge mit großem Interesse gelesen, dabei stellte sich mir aber (schändlicherweise) eine Frage: Was heißt, ihr gebt das Buch "frei"? Bedeutet das, die Kinder arbeiten an den Übungen, wann sie möchten und es liegt irgendwo ein Kontrollblatt auf?

Und wie gestaltet ihr solche Stunden oder Vormittage? Bekommen die Kinder einen Wochenplan?

Vielleicht könnt ihr mir darüber ein bisschen berichten, gerade am Anfang seiner "Lehrerkarriere" weiß man oft nicht, an wen man sich mit solchen Fragen wenden soll und woher man Tipps bekommt, deswegen klinke ich mich einfach mal ein. :oops: Schön, dass es das LL-Web gibt, ich kann hier jede Menge guter U-Tipps aufsaugen!

Danke euch beiden, LG, Sabine

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babsi
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Beitrag von babsi » Sonntag 18. März 2007, 14:46

wir verwenden schon seit jahren in unseren mehrstufenklassen kein buch in deutsch. die erarbeitung der buchstaben ist den kindern freigegeben. die ersten 2 buchstaben erarbeiten wir gemeinsam (bei uns ist das das B und das O, weil unser klassenmaskottchen Bobo heißt). dann arbeiten die kinder in der freiarbeit mit den buchstabenladen (ikea holzladen in A4 größe, in jeder lade sind das material und arbeitsblätter zur erarbeitung eines buchstaben). wir kleben allerdings auf die laden, die die kinder zuerst machen sollen, einen bunten punkt. so schränken wir den buchstabenkanon anfangs ein, damit nicht jemand gleich mit dem Y oder CH anfängt). man kann zum beispiel anfangs 10 buchstaben freigeben. das erfordert nur die mehrarbeit, dass man genau dokumentieren muss (mit datum), welches kind welchen buchstaben schon gemacht hat, damit man nicht den überblick verliert und die kinder auch erinnern kann, wenn sie vielleicht schon seit 2 wochen keinen neuen buchstaben mehr erarbeitet haben.
in mathematik verwenden wir "ich habs". die kinder arbeiten in ihrem eigenen tempo, wissen aber, dass eine seite pro wochentag erledigt werden muss, damit sie bis zum ende des schuljahres mit dem buch fertig werden. sie machen das meistens als hausübung und arbeiten in der schule eher mit material. wir haben das buch in abschnitte eingeteilt. am ende eines abschnittes kommt ein kleines "stoppschild-symbol" (bild auf karton foliert, mit wieder abziehbarem klebeband ins buch geklebt). ist ein kind beim "stopp", gibt es das buch ab, damit es korrigiert werden kann und nimmt sich zum jeweiligen kapitel eine rechenüberprüfung aus einem karteikasten, die es dann allein machen soll, damit wir sehen, dass der stoff "sitzt". dann wird das stoppschild im buch ans ende des nächsten kapitels geklebt und das kind bekommt das buch wieder. einmal pro woche notieren wir uns, welches kind auf welcher seite ist, damit niemand zu große rückstände bekommt. auf seiten im buch, die die kinder nicht gut allein machen können (z.B. bei "ich habs" die seiten, wo gemessen wird, wie viele meter sind es von deinem platz bis zum fenster) schreibe ich: "das machen wir in der schule". wenn ein kind zu so einer seite kommt, blättert es einfach weiter und lässt diese seiten vorerst aus. wir machen diese seiten dann gemeinsam, wenn einige kinder diesen abschnitt erreicht haben. es gibt natürlich immer wieder kinder, die man erinnern muss: bist du schon beim stopp-schild? hast du dein mathebuch abgegeben? hast du schon die überprüfung gemacht? aber nach einiger zeit gewöhnen sich alle an diesen rhythmus und entwickeln viel selbständigkeit.

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Beitrag von KaMe » Sonntag 18. März 2007, 17:02

Ich lese die Ausführungen hier sehr interessiert. Ähnliches habe ich mit dem Schreiblehrgang für die Schreibschrift vor, bin aber noch am Planen.
Wir arbeiten differenziert, frei ..nach Möglichkeit, die Kinder in meiner 1. lieben Partner- und Gruppenarbeit, teilweise gibt es auch komplett freie Einheiten, wo sie tatsächlich frei arbeiten (ob am Pc, mit Lernmaterial, mit Zusatzangeboten,die weit über ihr Alter hinaus interessant sind oder auch nur mal mit Setzkasten, Knetmasse, Bausteinen usw.). In Mathematik kommt es öfters zur Gruppenteilung, eine Gruppe geht in den PC Raum, die andre Gruppe macht Mathe im Sitzkreis mit meiner Teamkollegin.
Ganz z.b. Mathematik möchten wir nicht frei geben, da unsre Kinder das Gemeinschaftsgefühl sehr schätzen und wir mit Anschauungsmaterial im Kreis solange arbeiten, bis sich alle sichern sind und in EA, PA oder GA weitermachen..Auch in Deutsch lieben wir unsre Rituale (ein bestimmtes Lied zu jedem Buchstaben gesungen, div. Übungen, Feier des Buchstabengeburtstages für jedes Kind u.u.u. Das Freigeben würde all unsre Rituale beschränken. )
Ab und zu gibt es aber z.B. in Mathe *Buchfreigabe* der Übungsseiten, die ermöglicht den Kindern dann nach ihrem Tempo noch zusätzlich am PC oder mit Zusatzmaterial zu arbeiten. Muss sich allerdings je nach Thema ergeben. Ein Buch zum *Anhalten* finde ich nicht schlecht, wenn es auch nur Zusatz ist.

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Beitrag von annes » Sonntag 18. März 2007, 18:30

Ich werde gleich erstmal nachschauen, was das Buch/Heft "Ich hab´s" ist - das kenne ich nämlich nicht. Meine Frage bzw. mein großes Problem mit offenen Unterrichtsformen im Fach Mathematik: wie geht ihr denn damit um, dass die Kinder argumentieren und begründen lernen sollen. Viele Unterrichtsinhalte im Bereich der Mathematik erfordern meines Erachtens dass sich die Kinder über das, was sie getan haben austauschen, dass sie lernen, dass es unterschiedliche Wege zur Lösung gibt, dass sie lernen, Gesprächsergebnisse in folgenden Arbeitsphasen umzusetzen usw. (z.B. bei allen operativen Übungsformen wie "Zahlenmauern" etc).
Das funktioniert doch nicht, wenn alle Kinder etwas anderes arbeiten, oder???
annes

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Beitrag von annes » Sonntag 18. März 2007, 18:35

Ich bins´s nochmal. Hab gerade das Buch/Heft gesucht - aber nix gefunden!! Aus welchem Berlag ist das denn???
annes

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Beitrag von KaMe » Sonntag 18. März 2007, 19:07

das seh ich genau so annes..auf antwort gespannt bin..

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Beitrag von babsi » Sonntag 18. März 2007, 20:13

liebe KaMe, liebe annes,
das mathematikbuch "ich hab´s" ist vom ivo haas verlag: http://www.ivohaas.at. und für freies arbeiten konzipiert. ich glaube je freier kinder arbeiten dürfen desto kreativer werden sie im finden eigener lösungswege. während der freiarbeit haben ja die kinder gelegenheit mich zu holen, wenn sie sich irgendwo nicht auskennen. ich habe zeit die kinder zu beobachten, mich dazuzusetzten und auch nachzufragen: erzähl mir mal, wie du das gemacht hast. die kinder arbeiten auch sehr gern zu zweit mit materialien und besprechen dann miteinander, wie sie ein problem lösen. ich glaube, dass besonders die schwachen rechner nicht viel davon haben, wenn man lösungsstrategien oder arbeitsaufgaben in einer größeren gruppe bespricht. die besseren fadisieren sich meistens schon, bis die langsameren alles kapiert haben. wir haben allerdings zusätzlich zu 2 freiarbeitsstunden pro tag noch jede woche eine halbe einheit mathematik in der gruppe (das sind dann 15 kinder), wo ich neue materialien vorstelle, oder wir gemeinsam beispiele lösen und rechenspiele machen.
rituale finde ich auch wichtig und wir sind gerade am überlegen, ob wir irgendeine kleine feier machen sollen, wenn ein kind mit allen buchstaben fertig ist. das könnte allerdings jene kinder, die erst ein paar buchstaben können nicht nur anspornen sondern auch frustrieren. ich finde gerade beim schreiben und lesen brauchen kinder ihr eigenes tempo. wir haben immer wieder schulanfänger die können bereits alle buchstaben und andere, die einfach länger brauchen. bis zum ende der 1. schulstufe haben meistens alle die buchstaben erlernt. es würde doch auch niemand auf die idee kommen einem 4-jährigen die stützräder vom fahrrad wegzunehmen und zu sagen: jetzt musst du fahren können, nur weil es vielleicht ein paar andere kinder in diesem alter schon können. kinder sind verschieden und lehrerInnen auch :wink: deshalb finde ich am allerwichtigsten, dass man sich selbst keinen stress macht, verschiedenes ausprobiert und so sein eigenes konzept findet.

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Beitrag von nine » Sonntag 18. März 2007, 21:35

sabine hat geschrieben:Hallo Nine und Sabine!

Was heißt, ihr gebt das Buch "frei"? Bedeutet das, die Kinder arbeiten an den Übungen, wann sie möchten und es liegt irgendwo ein Kontrollblatt auf?

Und wie gestaltet ihr solche Stunden oder Vormittage? Bekommen die Kinder einen Wochenplan?
Ja, freigeben bedeutet für mich, die Kinder dürfen im Buch arbeiten, wie sie wollen - einzige Bedingung: sie müssen der Reihe nach gehen, und entweder selber kontrollieren, oder mich draufschauen lassen. Wenn mehrere Fehler bei einer Arbeit sind, dann heißt das für mich, ich muss schauen, was genau noch nicht verstanden wurde. Die Kinder lieben das!!

Wie sieht so ein Schultag aus?
Ich persönlich mache, wenn es stundenplantechnisch möglich ist, Tagespläne (meist über zwei oder auch mal drei Stunden) - dabei ist teilweise vorgegeben, was sie machen müssen, tw. dürfen sie aber auch fei wählen, kommt ganz drauf an, was wir gerade machen.
Wochenplan hat sich in meiner Klasse nicht sehr bewährt, ich habe zu viele lernschwache und verhaltensauffällige Kinder, die waren mit der Situation oft einfach überfordert. Ich hatte eine Zeit lang auch Wochenhausaufgaben, aber auch das habe ich wieder aufgegeben, hat mehr Unruhe gebracht, als positive Effekte.
Ich denke, dass man das auch jeweils auf seine Klasse im einzelnen bstimmen muss, was für die Gruppe am besten ist.

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