Schulbuchbestellung bei offenem Unterricht

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sabine
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Beitrag von sabine » Montag 19. März 2007, 09:12

Liebe Nine!

Dank dir für deine Antwort. Ich mache das eigentlich ähnlich. Meine Kinder arbeiten auch im Mathe-Buch, ich helfe schwächeren oder schaue auch nach, wie es mit Fehlern aussieht.

Auch ich arbeite eher mit Tagesplänen. Habe eine vierte Klasse, die ich erst zu Beginn des Schuljahres übernommen habe. Leider haben sie in den vorangegangenen drei Schuljahres kaum frei gearbeitet und können teilweise mit offenen Lernformen nur sehr schwer umgehen. Es wird dann sehr laut, manche vertrödeln nur die Zeit. Die guten schaffen Tages- oder Wochenpläne locker in der dafür eingeräumten Zeit, die schwachen oft nicht mal das, was ich gerne von ihnen sehen möchte. :(

Es ist sehr schwierig für mich, dann offen zu arbeiten, aber ich gebe nicht auf. Leider bekommt man als "Junglehrer" eben nur sehr selten die Gelegenheit, eine Klasse ab der ersten Klasse zu führen, bei mir war es bisher eigentlich immer so, dass ich meine Klassen erst in der vierten bekommen habe und es dann schon recht spät ist, eingefahrene Gewohnheiten noch zu ändern. :wink:

Vielleicht haben einige hier im Forum ähnliche Erfahrungen gemacht, wäre schön, darüber zu erfahren! Liebe Grüße, Sabine

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KaMe
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Beitrag von KaMe » Montag 19. März 2007, 17:18

danke für die ausführlichen Antworten, ich glaube, dass ihr beide ganz rehct habt..Kinder und LehrerInnen sind nun mal verschieden, irgendwie ist es dennoch auch nach vielen jahren jedes Mal eine neue Herausforderung, seinen gemeinsamen Weg zu finden. Da wir bilingual unterrichten, fällt bei uns das komplett freie Arbeiten in div. Gegenständen weg, aber für Übungsphasen sollte es dennoch möglich sein. Das von euch genannte Material muss ich mir wirklich mal ansehen..sind ja noch mehr 1. Klassen in meinem Lehrerdasein *g*

annes
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Beitrag von annes » Montag 19. März 2007, 22:10

Also, die Idee mit dem Stoppschild kannte ich bisher noch nicht - kann ich mir sogar irgendwo gut vorstellen - und werde ich sicher bald ausprobieren. Allerdings bleibe ich immer noch bei der Frage, wie so Gespräche im Matheunterricht initiiert werden können :?: Oder ist bei euch in Österreich der Lehrplan nicht so detailliert??? (bei uns ist das wirklich genau vorgeschrieben).
Und bei allem bleibt noch eine Frage, die immer wieder auftaucht - wie geht man tatsächlich mit den unterschiedlichen Leistungen um, konkret: der Leistungsstarke will immer noch mehr "Futter" (im Idealfall), der Leistungsschwache kommt überhaupt nicht nach und muss immer wieder ermuntert werden.
Tatsächlich gelingt mir diese Art zu arbeiten im Deutschunterricht auch mit Tagesplänen und "offenen materialien" insgesamt recht gut. Trotzdem gibt es einfach die oben beschriebenen "Probleme" und Hilfeschreie unter Kolleginnen "was soll ich dem Kind jetzt zu tun geben"...
In der Theorie (und auch teilweise in der Praxis) hört es sich gut an, macht sich teilweise auch gut, aber irgendwie hat man trotzdem immer ein komisches Gefühl....
... und ich glaube, man muss ziemlich viel Perfektionszwang hinter sich lassen - du kannst einfach beim offenen ARbeiten nicht alles und jeden kontrollieren, sonst setzt du dich zu stark unter Druck.
annes

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Beitrag von nine » Montag 19. März 2007, 23:00

Mir ist nicht bekannt, dass die Gespräche im M-Unterricht lehrplanmäßig festgeschrieben sind in Ö - so gesehen habe ich da weniger Druck :) . Trotzdem denke ich, muss es Platz haben - es gibt ja neben der freien Arbeitszeit auch gemeinsame Phasen - z.B. am Ende der Freiarbeit, wo man dann eben darüber diskutieren kann, wer welchen Weg gefunden hat, und was sich bei den einzelnen bewährt hat, oder in Stunden mit gebundenem Unterricht.

Die Angst vor der Diskrepanz, die möglicherweise immer größer wird, hatte ich auch (und habe sie immer noch irgendwie, drum trau ich mich ja nicht völlig frei *g*). Meiner bisherigen Erfahrung nach löst sich das Problem aber ganz gut von selber. Den leistungsstarken Kindern kann man vertiefendes Material anbieten, anstatt im Stoff weiterzugehen. also kniffligere Aufgaben, Denksport, mehr Sachaufgaben, Aufgaben finden für die anderen, ... - das Problem sehe ich persönlich ja eher darin, dass die, die es nicht nötig haben, üben wie verrückt, und die anderen grad das Minimum erledigt bekommen, aber genau die bräuchten viel Übung :? . Ich arbeite viel mit dem Montessorimaterial, da ist es oft auch egal, ob die Kinder grad genau gleich weit sind.

In Deutsch kann man auch sehr leicht 'qualitative' Unterschiede machen. Die einen bestimmen einfachere Sätze, die anderen schwierigere. Bei den einen sind mehr Hilfen vorgegeben, bei den anderen weniger.

Das Stoppschild im Buch finde ich auch eine geniale Idee, wobei mir noch nicht ganz klar ist, wie das mit dem immer wieder Ablösen funktioniert :oops: .

annes
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Beitrag von annes » Dienstag 20. März 2007, 17:51

Ich hab heute in der Schule ein neues Mathebuch gesehen, das heißt Flex und Floh (für Deutschland!). Interessanterweise ist hier das Stopschild schon auf den Seiten integriert!. Heißt: Es gibt z.B. ein Heft "Rechnen bis 10". Hierin ist auf S. 20 das erste Stopschild, in dem auch noch die Nummer der Kontrolle steht (hier: R1). Zu diesen Arbeitsmaterialien gibt es dann ein Heft mit dem tollen Namen: "Mein Weg durch die Mathematik - Eingangsdiagnostik und Lernstandskontrollen". Dort findet man dann die Kontrolle R1. Scheint mir, dass das Werk eben so aufgebaut ist, muss aber erst noch einmal genauer weiter lesen.
Liebe Nine, dein Problem mit gerade den schwächeren Kindern kenne ich auch gut. Eine richtige Lösung habe ich dafür auch noch nicht gefunden, vor allem, weil man dann irgendwann meint, jetzt müssten diese Kinder doch wieder an den "normalen Stoff" herangeführt werden.
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Beitrag von Sabine O. » Mittwoch 21. März 2007, 19:53

Wenn ich möchte, dass sich die Kinder auf dieser Seite eine Rechenüberprüfung holen, habe ich einen gelben Punkt hingeklebt. Das habe ich alle paar Seiten, nach jedem wichtigen Kapitel gemacht.

Auf die Seiten, die die Kinder nicht alleine bearbeiten sollen (z.B. Einführung des Euro), habe ich ein anderes Zeichen geklebt. Diese Themen machen wir gemeinsam im Sitzkreis (Gespräche!).
Ich hole mir die Kinder, egal wie weit sie sind aber auch so öfter mal in den Sitzkreis zu Übungen oder Gesprächen, die den Mathematikunterricht betreffen.

LG Sabine

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babsi
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Beitrag von babsi » Mittwoch 21. März 2007, 22:55

das kleine folierte stopp-schild bekommt auf die rückseite eine klebestelle mit tesa oder uhu kleberoller nonpermanent. dann kann man es immer wieder ablösen (hält meist das ganze schuljahr). der tip von sabine ist ist gut. wir kleben auch am anfang des schuljahres einen bunten klebepunkt ans ende jedes abschnittes im buch. so sehe ich auch immer gleich auf welche seite ich dann das stopp-schild weiterrücken muss--> nämlich auf die seite, die nach dem klebepunkt kommt. kling ziemlich kompliziert, ist aber im grunde ganz einfach umzusetzen. falls mal doch ein stopp verlorengeht, können sich die kinder noch immer am klebepunkt orientieren, damit sie nicht zu weit rechnen. in unserer klasse sind die 1.klässler sehr unterschiedlich im stoff und tempo. 2 sind noch im zahlenraum 10, einige im zahlenraum 20, ein paar machen schon 10-er über- und unterschreitung, einer ist im ZR 30. wenn wir (gottseidank nur 1 mal pro woche) gemeinsam gebundenen matheunterricht haben, muss ich also 4 verschieden sachen vorbereiten. ja, nine, ich versteh dich völlig, dieses problem, dass die, dies eigentlich nicht nötig haben, arbeiten wie verrückt und die anderen keuchen immer hinterher, ist nicht zu lösen und für uns lehrerinnen wahnsinnig vorbereitungsintensiv :( deshalb bin ich wirklich froh, in einer mehrstufenklasse zu unterrichten (weniger 1. klässler, die größeren arbeiten schon sehr selbständig) und dass wir jeden tag 2 stunden offen arbeiten. jedenfalls find ich es toll, dass wir hier ideen austauschen können und es ist auch beruhigend zu sehen, dass man mit seinen problemen nicht allein ist. :D

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