Eine Mutter lässt fragen...

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Eine Mutter lässt fragen...

Beitrag von @ndrea » Mittwoch 6. Februar 2013, 19:42

Dieses Mail erreichte das LL-Web:

Hallo liebe Lehrerin,

ich bin momentan wirklich sehr ratlos und wollte auf diese Weise fragen, ob ich von Ihnen eine Auskunft bekommen kann?

Ich habe vier Kinder - drei davon sind schon im Gymnasium - das letzte Kind geht in die 3. Klasse Volksschule. Bei allen Kindern bisher wurden in Sachunterricht mehrmals pro Jahr Tests gemacht. Die neue deutsche Lehrerin meiner Tochter hat nun gar keinen offiziellen Test gemacht - nur unangekündigte kleine schriftliche Tests - und das, obwohl wir ständig als Eltern wieder gefragt haben, wann es endlich einen Test geben werde. Sämtliche Eltern haben sich nun schon aufgeregt, da es in Sachunterricht in dieser Klasse nur noch zwei "Sehr gut" gegeben hat und niemand die Chance hatte zu lernen, weil ja von den Tests niemand wusste!

Eigentlich glaube ich ja zu wissen, dass die Lehrerin keine schriftlichen Überprüfungen unangekündigt machen darf. Können Sie mir dies bestätigen? Ich finde es einfach total unfair gegenüber den Kindern. Soetwas habe ich bei den anderen auch noch nie erlebt! Die Lehrerin rief die Kinder auch nie dazu auf, die Hefte mit nach Hause zu nehmen und zu lernen, weil sie dann Fragen dazu stellen werde, und auf Fragen der Eltern hin, wurde nur beteuert, dass es momentan keinen Test geben werde. Finden Sie das in Ordnung?

Ich bin eine Mutter, die ihre Kinder immer geförtert hat - deswegen kenne ich auch diese Seite. Außerdem finde ich, dass man Kindern im Volksschulalter erst einmal das Lernen beibringen muss - und wie soll man das tun, wenn man an der Nase herumgeführt wird und anschließend die Kinder eine "schlechte" Note bekommen?

Außerdem soll es an dieser Schule auch eine Lehrerin geben, die in Sachunterricht die Rechtschreibfehler als Fehler wertet - darf das denn sein?

Mich würde interessieren, was Sie als Lehrerin dazu sagen und wäre dankbar für Ihren Rat!

Vielen Dank für Ihre Hilfe und liebe Grüße,
....

Mein erster Rat ist natürlich: Kontaktaufnahme mit der Lehrerin hat oberste Priorität.
Wir können hier nur aus unseren Erfahrungen sprechen.

Ich selbst habe die ersten LZKs im SU in der 3.Kl. ebenso unangekündigt vorgenommen,
um die Kinder nicht unnötigerweise zu stressen. Es wurde dabei nur gut Gefestigtes überprüft,
denn ich wollte den Kindern das Gefühl geben, dass so ein Quiz kein Grund für stressbehaftete Vorbereitungen sein muss.
LG :hello2: @ndrea

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myway3
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Re: Eine Mutter lässt fragen...

Beitrag von myway3 » Mittwoch 6. Februar 2013, 20:11

Ich lasse meine Kinder auf Kärtchen Fragen zu dem Stoff erstellen, den ich bei einem Test abfragen werde.So setzen sich die Kinder vorab mit dem Inhalt noch einmal auseinander.Die Fragen werden dann den anderen Kindern gestellt und so dann beantwortet.

Für den Test wähle ich dann Fragen von den Kärtchen der Kinder bzw. nehme nur gut Gefestigtes wie Andrea. Rechtschreibfehler werte ich da natürlich nicht!

Außerdem zählt ja im SU nicht nur ein Test, sondern auch die Mitarbeit.

Am besten also die Lehrerin kontaktieren.

Und noch was in eigener Sache: "......es soll an der Schule eine Lehrerin geben, die....." --> Sätze dieser Art mag ich so gar nicht. In diesem Fall geht es offenkundig gar nicht um diese Lehrerin. Weiß die Schreiberin es denn genau, was das Wort "soll" nicht wirklich vermuten lässt.

LG
myway3

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Re: Eine Mutter lässt fragen...

Beitrag von Moka » Freitag 8. Februar 2013, 01:18

Lernzielkontrollen (sogenannte Tests oder Quiz) machen Sinn, wenn der/die Lehrerin der Meinung ist, dass die Kinder den zu überprüfenden Stoff gesichert beherrschen.
Eine Ankündigung muss demnach nicht stattfinden.
Bei uns werden die "SU-Fragen" sowohl von den Kindern selbst verfasst als auch von der Lehrperson gestellt, die Inhalte werden als Lückentext oder als Quiz angeboten. Durch den regelmäßigen Einsatz haben die Kinder keine Angst/keinen Stress und die Lehrperson erhält nach und nach einen Einblick in die jeweilige Mitarbeit und Merkleistung eines Kindes.

Rechtschreibfehler dürfen nicht zur SU-Note hinzugezogen werden.
Auch bei D-Schularbeiten haben RS-Fehler in der Volksschule KEINE große Gewichtung - gesicherte, gemeinsam erlernte Wörter (Grundwortschatz) werden "gewertet" und haben neben (Aufbau, Satzbau, Ausdruck, ...) Einfluss auf die Notengebung einer Schularbeit.

Ich empfehle auch, die Kollegin/Lehrerin anzusprechen und nach ihren Kriterien zu fragen, wie sich eine SU-Note zusammensetzt. Unser Rahmenlehrplan lässt einen gewissen Spielraum, was wann gelernt/gelehrt und überprüft werden soll.
~~~~~~~~~~~~
Carpe diem, Moka

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Re: Eine Mutter lässt fragen...

Beitrag von Jenny0807 » Freitag 8. Februar 2013, 23:40

Also mir wurde mitgeteilt, dass es in SU besser wäre keinen Test zu machen, sondern wenn ein Thema abgeschlossen ist sollte man kurze Fragen dazu stellen. Ich mache das auch seit ein diesem Schuljahr so. Haben wir ein Thema beendet, dass wir des öfteren wiederholt haben gibt es 10 mündliche Fragen (manchmal auch 12, je nach Stoffumfang), die Kinder beantworten die Fragen auf einem Blockzettel, sie schreiben nur die Antwort auf den Zettel. Ich finde, dass die Kinder so wirklich wissen, dass sie unter der Stunde aufpassen sollen. Alles was sie auf einem Test lernen wird meistens eh nur im Kurzzeitgedächtnis gespeichert und nach dem Test wieder vergessen. Ich fahre ganz gut so und werde bestimmt auch so weiter machen. Vielleicht mache ich aber im 2. Semester einen angekündigten "Test", der dann aber bestimmt umfangreicher sein wird....mal schaun.....:-)

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Re: Eine Mutter lässt fragen...

Beitrag von @ndrea » Samstag 9. Februar 2013, 11:14

Ich denke, dass Eltern ihre Kinder bestmöglich unterstützen wollen und meinen, dass das Lernen für Tests dazu gehöre.
Bei solchen Übersprüfungen fehlt ihnen die Übersicht (-und auch die Mitsprachemöglichkeit bezügl. Note...).
Bitte das nicht falsch zu verstehen.
LG :hello2: @ndrea

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Re: Eine Mutter lässt fragen...

Beitrag von KaMe » Sonntag 10. Februar 2013, 11:24

Stimmt schon @ndrea..aber mich stört das...: Dann können WIR FÜR den Test lernen...

Ich halte es auch so ähnlich,wie einige KollegInnen oben beschrieben haben. 3.Klasse, stressfreies Arbeiten, ausreichend Aufzeichnungen über die Mitarbeit ( dazu zähle ich ja eine Menge dazu wie z.B. Mappengestaltung, konstruktives Mitreden und Interesse, etwas zum Thema beisteuern, sich an gemeinsamen Arbeiten im Sitzkreis beteiligen, Arbeitsergebnisse bei Gruppenarbeit, Partnerarbeit,mündliches Beantworten von Fragen,Beobachtungsaufgaben usw.). ...beim ersten schriftlichen Miniquiz in der 3. nun habe ich Fragen im Vorfeld ausgegeben und täglich mit den Kindern dazu geübt...die Ergebnisse waren letztendlich eher mau...ich schrieb keine Punkte o.ä. unter das Quiz...und werde mit den Kindern das Lernen noch mehr lernen müssen, die paar wenigen, wo die Eltern dieses "WIR lernen FÜR" hatten, hatten übrigens tolle Ergebnisse...schade, dass bei einigen davon das Drumherum während des Unterrichts nicht passt und dann versteifen sich Eltern wieder auf das tolle Quiz, anstatt auf alle anderen Kompetenzen des Kindes zu sehen.
Ich glaube im übrigen nicht,dass sich die mailschreibende Mami Sorgen um die Zukunft des jüngsten Kindes machen muss, vor allem, da es in der 3.Klasse doch noch genug Lerntechniken erlernen muss.

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Re: Eine Mutter lässt fragen...

Beitrag von @ndrea » Sonntag 10. Februar 2013, 16:30

KaMe hat geschrieben:Stimmt schon @ndrea..aber mich stört das...: Dann können WIR FÜR den Test lernen...
Das stört mich ebenso.
Doch als "Nicht-Mama" muss ich mir immer wieder anhören, dass das eben so ist, heutzutage.
Eltern lernen mit ihren Kindern, das geht bis rein in die Oberstufe ...
LG :hello2: @ndrea

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Re: Eine Mutter lässt fragen...

Beitrag von KaMe » Montag 11. Februar 2013, 13:40

Ich bin auch NICHT-Mama und denke halt an die Kinder,denen keiner helfen kann, wenn die Mama z.B. die Sprache gar nicht beherrscht usw. und manchmal z.B. beim Kopfrechnen wärs mir lieber, die Mamas würden nicht helfen, denn die diversen "Tricks" aus den Köpfen zu bringen, ist schwierig. Natürlich weiß ich auch, dass in meinem Umfeld Eltern den Kindern helfen, aber vermutlich sind wir uns darin einig, dass genau das nicht nötig sein sollte. Lesen üben, Interesse zeigen, nachfragen, mal etwas abhören, HÜ zumindest auf Vollständigkeit kontrollieren und eventuell auf grobe Fehler hinweisen (denn von fertigen Mamisätzen und perfekt gemalten Bildchen haben wir nichts)....das müsste doch reichen. Und ehrlich,sollte man sein Kind schon in der Volksschule mit Nachhilfe durchboxen,damit es dann ja unbedingt ins Gymnasium kann, sollte man die Schulwahl echt überdenken.

Aber ich bin mir auch umgekehrt sicher, dass es keine böse Absicht der Eltern ist,wenn sie mit den Kindern lernen. Es ist sicher schön,wenn sie sich kümmern..die Dosis macht es allerdings.

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Re: Eine Mutter lässt fragen...

Beitrag von @ndrea » Montag 11. Februar 2013, 15:21

KaMe hat geschrieben:....die Dosis macht es allerdings.
...wie immmer im Leben. 8) Amen.
LG :hello2: @ndrea

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