Inklusion - rechtliche Grundlagen?

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myway3
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Re: Inklusion - rechtliche Grundlagen?

Beitrag von myway3 » Samstag 6. September 2014, 10:42

Den einzigen offenkundigen Unterschied zwischen Integration und Inklusion sehe ich darin, dass bei ersterem 2 Lehrer in der Klasse sind und man bei zweiterem allein in der Klasse steht mit Kindern aller möglichen Defizite. Schlicht und einfach eine Einsparung von Kosten. Die Kinder selbst bekommen da nicht die Förderung , die sie benötigen, so wie das immer so schön in der Öffentlichkeit kolportiert wird. Und es ist auch ganz klar, dass es dadurch immer Kinder gibt, die durch den Rost fallen.

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Re: Inklusion - rechtliche Grundlagen?

Beitrag von shopgirl » Samstag 6. September 2014, 17:23

Danke myway, genau so sehe ich das auch...leider

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Ingeborg
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Re: Inklusion - rechtliche Grundlagen?

Beitrag von Ingeborg » Sonntag 7. September 2014, 10:13

Das ist natürlich alles andere als ideal - derzeit sind wir froh, wenn eine 3. Lehrerin herinnen ist und würden dringend eine Helferin brauchen.
Allein wäre es überhaupt nicht machbar (2 Kinder S-Lehrplan, 3 ASO), Details will ich jetzt hier nicht schreiben.

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Re: Inklusion - rechtliche Grundlagen?

Beitrag von myway3 » Sonntag 7. September 2014, 10:22

Was mich noch zusätzlich erschüttert ist, dass es auf den PHs dann keine SonderpädagogInnen- Ausbildung mehr gibt und für mich als VS - Lehrerin sind die schon mehr Fachleute als ich. Genauso wie die Abschaffung der Werklehrerausbildung. Die wenigen, die es da noch gibt, sind da ebenso mehr Fachleute. Immer mehr wird vom Volksschullehrer erwartet, was auf lange Sicht dazu führen wird, dass PH Abgänger immer seltener in den Schuldienst gehen werden und die in Klassen stehenden Lehrer an ihre psychische Belastbarkeit gebracht und praktisch verheizt werden.
Ich selbst erlebe es im Moment bei einem Kind, das in M einzelintegriert ist. In den Vorjahren hatte ich noch zusätzlich in der Woche 2 Stunden eine Betreuung...was sowieso ein Tropfen auf den heißen Stein ist.Heuer nicht mehr.Denn die 2.0 Förderstunden verschlingen ja noch zusätzlich 8 Stunden aus dem Stundentopf der Schulen. Und wenn der LP des Kindes heuer möglicherweise auch in D auf SPF erweitert wird, wird dieses Kind auf der Strecke bleiben müssenso leid mir das tut.

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Re: Inklusion - rechtliche Grundlagen?

Beitrag von Katara » Sonntag 7. September 2014, 10:48

Was? Die aso-Ausbildung wird abgeschafft? Hab ich noch nicht gehört?
Hängt das mit der LehrerInnenausbildung neu zusammen?

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Re: Inklusion - rechtliche Grundlagen?

Beitrag von myway3 » Sonntag 7. September 2014, 11:07

Ab 2015 ist die Ausbildung zum Sonderschullehrer gestrichen.Dann hat man halt Schwerpunkte inklusiv zum Studium.
Genau, neue Lehrerausbildung...da ja auf lange Sicht es keine Sonderschulen mehr geben wird.
Ich selbst bin ja noch PÄDAK,4 Semester VS ausgebildet, die Sonderschullehrer hatten 6 Semester.
Ich habe das Wissen über die verschiedenen Behinderungen nicht und schon gar nicht im Bereich Schwerstbehinderung. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass es dann die neu ausgebildeten Lehrer im dem Maß haben werden, wie unsere Sonderschullehrer jetzt,von denen ich mir immer bei Problemen Ratschläge holen kann.

Aja, noch etwas, es gibt einen großen Unterschied zwischen dem, was einem gesetzlich zusteht und der Realität. Auch wenn man in der Integrationsklasse schon die Anzahl der I - Kinder hat, dass man den 2. Lehrer bekommt, muss das im der Realität noch lange nicht so sein....wie ich aus eigener Erfahrung bestätigen kann.Und wenn alle I- Klassen der Umgebung schon voll sind, wird einfach die Schülerzahl erhöht, auch selbst erlebt. Ganz zu schweigen vom 2. Raum...im Bestfall irgendwo ein Kammerl, oft aber auch nur der Gang. Und wenn viele Lehrer fehlen, müssen I- Lehrer supplieren.

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Re: Inklusion - rechtliche Grundlagen?

Beitrag von Katara » Sonntag 7. September 2014, 18:45

Das ist je echt eine Frechheit! und ein Wahnsinn noch dazu....... :shock: :shock: :shock: :shock:

Wie du schon sagst, ich fühle mich nicht kompetent mit behinderten Kindern zu arbeiten und diese passend zu fördern....

Aber ich fühle mich, ehrlich gesagt, auch nicht kompetent "Werkerziehung" zu unterrichten und bin ganz offiziell dazu ausgebildet. :(
Nur kommt hier noch hinzu, dass man in Werken nicht so viel falsch machen kann wie bei Förderung von speziellen Bedürfnissen.......

Wo soll das nur enden??? :shock:

Und dann machen sich noch Leute wie Andreas Salcher wichtig und fordern, dass Schule Spaß machen soll, bla bla bla...
Wie soll bzw. kann das ein Lehrer, der in Zukunft nicht mal ordentlich ausgebildet ist und zu 90 % allein in de Klasse steht, bitte schaffen?
Da hat man dann andere Sorgen als die, ob es auch allen Spaß macht.... leider..... :x :x

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Re: Inklusion - rechtliche Grundlagen?

Beitrag von myway3 » Sonntag 7. September 2014, 19:01

Technisches Werken hatte ich ja auch in der Ausbildung und musste es auch immer selbst halten.....aber nicht den textilen Bereich.....so wie die heutigen PH Abgänger es heutzutage müssen. Ich bin schon keine Fanin des technischen Werkens......aber würde ich erst heute auf die PH gehen....wäre mein Scheitern im textilen Bereich vorprogrammiert und vermutlich könnte ich deshalb dann nicht Lehrerin werden ;-)

Von uns wird verlangt in allen Bereichen Wunderwuzzis zu sein.

In der Theorie klingt oft vieles toll...in der Praxis jedoch ist es dann oft nicht mehr so...

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Re: Inklusion - rechtliche Grundlagen?

Beitrag von @ndrea » Sonntag 7. September 2014, 19:09

myway3 hat geschrieben:Von uns wird verlangt in allen Bereichen Wunderwuzzis zu sein.
Genau DAS ist verkehrt.
LG :hello2: @ndrea

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Re: Inklusion - rechtliche Grundlagen?

Beitrag von shopgirl » Montag 8. September 2014, 12:25

Aber eierlegende Wollmilchsäue sind wir doch schon lange....leider

mg
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