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Betreff Sonderschulen, Intergrations- oder Förderklassen

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Bitte um Hilfe!

Beitrag von Admin » Samstag 24. Februar 2007, 17:51

Ulrike

Veröffentlicht am Montag, 06. November 2006 - 21:56 Uhr:
Hallo!
Ich bin ein Junglehrer im 4. Dienstjahr und habe seit heute die Ehre, eine ASO Klasse (4. und 5. Stufe) zu unterrichten. (Dazu sei gesagt, dass ich ausgebildete VS-Lehrerin bin und letztes Jahr das ganze Jahr in der Sonderschule als Assistenzlehrerin zum Einsatz kam.)
Jetzt zu meinem "Problem": Disziplinär komme ich zurecht, da ich schon einiges an Erfahrung sammeln konnte, ABER: In meiner Klasse sitzen 9 Kinder; davon sind 7 türkischer Abstammung. Diese 7 Kinder sprechen einfach die ganze Zeit laufend türkisch - kein Wunder, das ist ja auch ihre Muttersprache. Aber es soll halt größtenteils nur Deutsch gesprochen werden, und diese Regel wird eben so gar nicht eingehalten - egal, was ich tu`! So, was tun?
Welche Konsequenzen könnte ich einsetzten, damit die Kinder doch etwas mehr Deutsch sprechen?!
Wisst ihr einen Rat?

Bin auch für sonstige Tipps in allen Lebenslagen der Sonderschule durchaus dankbar!!!

Herzlichen Dank, Ulrike
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sylvia

Veröffentlicht am Dienstag, 07. November 2006 - 10:49 Uhr:
Ich habe meine Klasse über ein Gutpunktesyste, dazu gebracht, viele Regeln einzuhalten. Für eine bestimmte Anzahl können sie dann z.B: Hausübungsgutscheinen, Spielzeit am Computer,... "erwerben". Die Namen aller Schüler stehen täglich auf der Tafel, wer am Vormittag brav war, bekommt einen Punkt, ebenso für jede Aufgabe. Wenn gegen eine Regel verstoßen wird, wird der name gelöscht und das Kind erhält keinen Punkt. Vor allem meine ausländischen Schüler sind sehr fleißig beim Punkte sammeln!
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Ulrike

Veröffentlicht am Dienstag, 07. November 2006 - 16:46 Uhr:
Hallo Sylvia!
Danke für deinen Ratschlag - dieses Punktesystem habe ich schon eingeführt, wenn auch ein wenig anders. :-)
Aber bei mir gibts auch Punkte - sowohl gute als auch schlechte.
Und in Sachen Disziplin habe ich eine Art "Smiley-Ampel" -> Zu Beginn sind alle auf dem lachenden grünen Smiley. Wenn jemand schlimm ist, wandert die Kluppe des Kindes auf das gelbe Smiley usw. Reißt sich das Kind zusammen, kann es wieder aufs lachende Gesicht kommen. Ist am Ende des Tages ein Kind auf rot, gibt es eine bestimmte Konsequenz.
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katrin

Veröffentlicht am Dienstag, 07. November 2006 - 21:09 Uhr:
...was für eine Konsquenz ist das?
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Ulrike

Veröffentlicht am Dienstag, 07. November 2006 - 21:58 Uhr:
Na ja, zum Beispiel eine Karteikarte mit einem Gedicht oder dergleichen vorlesen - etwas in der Art, was auch etwas bringt. Mir würden keine anderen Konsequenzen in den Sinn kommen.....
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katrin

Veröffentlicht am Mittwoch, 08. November 2006 - 13:52 Uhr:
...hab da nämlich auch so meine Probleme. Möchte eigentlich nicht, dass Abschreiben oder ähnliches eine "Strafe" ist. Ich habe in meiner Klasse auch ein Punktesystem. Wenn sich jemand nicht an die Regeln hält, wird er/sie an die Tafel geschreiben. Klappt es wieder wird der Name weggelöscht. Am Ende des Tages gebe dich den Kindern, die nicht an der Tafel stehen einen Pluspunkt. Bei 10 Pluspunkten dürfen sie in die Schatzkiste greifen (Hausaufgabengutscheine, Bleistifte...). Bei gröberen Verstößen gebe ich Turn/ oder Pausenverbot.
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gast

Veröffentlicht am Samstag, 11. November 2006 - 11:52 Uhr:
sorry,wenn ich mich als gast einmische..ABER turn- und pausenverbot halte ich für gänzlich untragbar und noch dazu für ungesetzlich.kindern die bewegung (sie haben ein anrecht auf ihre sportstunden) wegzunehmen oder ihnen eine pause zu streichen..wo ist da der zusammenhang zu der *straftat* des schülers????
ich glaube,dass man mit solchen methoden nur druck und angstklima erzeugt, aber das verhalten nicht von innen geändert wird.
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katrin

Veröffentlicht am Samstag, 11. November 2006 - 12:58 Uhr:
Lieder Gast. Ich bin ganz deiner Meinung. Kinder haben ein Recht auf Bewegung. Aber Erstens kommt Turn- bzw. Pausenverbot nur im äußersten Notfall vor, zb. wenn sie schlagen, was auch damit zu rechtfertigen ist, dass wenn sie in einer aggressiven "Stimmung" sind, es im Turnunterricht zu gefährlich werden könnte. Und zweitens halte ich, wie gesagt, Abschreiben oder ähnliches als negative Konsequenz auch nicht für sinnvoll. Angstklima erzeugt dies meiner Meinung nach sicher keines, da diese Konsequenz ja nur bei groben Verstößen gegen die Regeln zu Tragen kommt. Für andere Vorschläge von deiner Seite bin ich aber immer offen und natürlich auch sehr froh.
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nicole

Veröffentlicht am Samstag, 11. November 2006 - 13:26 Uhr:
Ich habe auch ein ähnliches Punketsystem mit lachenden und weinenden Gesichtern (wie deine Ampel) am Ende des Monats erhalten die Kinder mit vielen lachenden Gesichtern einen Hausaufgabenjoker und dürfen sich ihren nächsten Sitznachbarn wünschen. Bei drei traurigen Gesichtern müssen die Kinder aufschreiben warum sie sich nicht an die Regeln gehalten haben und was sie sich in Zukunft besser vornehmen.
Zusätzliche veranstalte ich in Abständen schöne Stunden (z.B. kochen, backen, best. Falt- oder Bastelarbeiten, filzen etc.) an denen nur die Kinder teilnehmen dürfen auf die ich mich verlassen kann. Die anderen arbeiten an verschiedenen Aufgaben zu den Unterrichtsfächern.
Ich halte ein Turn- und Pausenverbot in bestimmten Fällen (gezielt und maßvoll eingesetzt)für sinnvoll, da ich auch die anderen Kindern schützen muss und ich in bestimmten Situationen das Allgemeinwohl vor das Einzelwohl stellen muss. Es hat nämlich nicht nur ein Kind alle Rechte.
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Carola

Veröffentlicht am Samstag, 11. November 2006 - 13:45 Uhr:
Hallo!
Ich mache jeden Tag vor Schulschluss eine Abschlussrunde, bei der es bei gutem Benehmen den ganzen Tag über eine kleine Süßigkeit gibt (Kaugummi, Gummibärchen, ein Smarti oder so). Anfangs habe wir Erwachsenen die Abschlussrunde geleitet, inzwischen (3. Schulbesuchsjahr einer Schule für Praktisch Bildbare) sind die Schüler so gut, daß sie sich selbst einschätzen können. Sogar die kognitiv Schwächeren haben es gelernt (Schwerstmehrfachbehinderte natürlich ausgenommen). Diese Abschlussrunde hat echt schon Wunder bewirkt. Das Verhalten ist absolut toll geworden. Die Schüler schätzen sich wirklich gut selbst ein, ein reines "Ich will was Süßes" gibt es nicht mehr. Sie sagen ehrlich, wenn sie finden, dass sie für diesen Tag nichts bekommen dürfen, weil irgendetwas nicht geklappt hat. Dafür geht zwar die letzte Viertelstunde des Unterrichts drauf, das ist es mir aber wert.
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Ulrike

Veröffentlicht am Sonntag, 12. November 2006 - 10:52 Uhr:
Hallo!
Vielen Dank für eure Beiträge. Zum Abschreiben möchte ich sgen, dass ich nichts abschreiben lasse, sondern eher Karteikarten zum Arbeiten mit nach Hause gebe, solche, die zum Wochenthema passen und das Kind in gewisser Weise auch fördern.
Turnverbot hat es letztes Jahr in der Klasse wo ich Assistenzlehrerin war, auch gegeben. Da gab es ein Kind, das wirklich die anderen Kinder enorm gefährdet hat; und da musste man es eben in ganz schlimmen Fällen vom Turnunterricht ausschließen - manchmal aber auch nur kurzzeitig, da es sich in guten Fällen wieder beruhigt hat.
Die eigenen Fehler aufschreiben, das können meine Kinder glaub ich nicht, da sie Deutsch nicht sehr gut beherrschen; ich glaube, da werd ich einmal die Abschlussrunde probieren und schauen, was passiert.
Vielen Dank auf jeden Fall für die Tipps, ich freue mich auf weitere Anregungen.
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Sabine

Veröffentlicht am Sonntag, 26. November 2006 - 19:02 Uhr:
grüß euch!
also ich geb turnverbot auch nur in ausnahmnefällen, wenn ein Kind die Stunde davor nur faul herumgesessen und nichts geleistet hat (5 Wörter geschrieben) oder es körperlich andere Kinder verletzt hat. Nachdem ich eine klasse mit 10 kindern, davon 5 verschiedene schulstufen der aso und eine VS Stufe mit 2 verhaltensauffälligen kindern alle von 6 bis 11 in meiner klasse sitzen habe und ich dazu eine junglehrerin im 2. jahr alleine in der klasse bin muss ich mit solchen strafen arbeiten, da sonst unterricht kaum möglich wäre in meinem delikaten fall.
aber was mir besonders aufgefallen ist: je strenger und strukturierter die strafen ( wir haben eine vergehen und passende konsequenzliste)sind, desto besser akzeptieren die kinder die regeln.
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nora

Veröffentlicht am Samstag, 02. Dezember 2006 - 15:55 Uhr:
Strafe muss sein, wenn sich ein Kind wiederholt nicht an die vereinbarten Regeln hält...das ist nur konsequent und zeigt den Kinders den Rahmen auf, in welchem sie sich bewegen können!
Ich selbst bin Lehrerin und Mutter eines, ich nenn es mal, sehr bewegungskreativen Kindes. Er besucht die 3.Klasse und der Strafenkatalog in seiner Klasse ist sehr streng. Vergisst ein Kind ein Blatt zu Hause, nicht einmal die Hausaufgabe, oder einen Gegenstand den sie mitbringen sollen erhalten sie sofort in Mathematik 50 Rechnungen, welche sie sich auch noch selbst ausdenken müssen oder sie müssen drei Seiten abschreiben.
Das Erstaunliche an der Angelegenheit ist aber, dass die Schüler trotzdem sehr viel vergessen! Wo liegt also der erhoffte Effekt solche Strafmaßnahmen?
Außerdem finde ich es falsch, dass Schüler mit Aufgaben bestraft werden, die sie zu Hause machen müssen, wenn sie sich in der Schule "falsch" verhalten haben. Ich als Lehrerin muss das Verhalten in der Schule reglementieren und kontrollieren und als Mutter muss ich das zu Hause tun!
Die vielen Strafarbeiten zu Hause sind nämlich für mich als Mutter zur Stafarbeit geworden...ich kann den Nachmittag mit meinem Sohn nicht mehr so gestalten wie ich das möchte, da sich alles um die Hausaufgaben und Strafen zu drehen scheint.
Wie seht ihr das?
lg
nora
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@ndrea

Veröffentlicht am Samstag, 02. Dezember 2006 - 16:08 Uhr:
Also für vergessene Hausaufgaben Zetteln muss man bei mir eine fehlerlose Extra-Arbeit abgeben, dann ist das bereinigt. Und die wird am Vormittag gemacht. Wenn nicht, wird die vergessene HÜ notiert und mehrere davon wirken sich auf die Note aus (-Hausübung ist ja eine Form der Mitarbeit).
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Birgit

Veröffentlicht am Samstag, 09. Dezember 2006 - 14:26 Uhr:
@Ulrike:
Können denn deine türkischen Schüler ausreichend Deutsch, um den schulischen Alltag in Deutsch bewältigen zu können? Wenn ja würde ich die Regel "Überwiegend Deutsch" in "Im Unterricht ausschließlich Deutsch" umbenennen. Vorteil: Leichter nachvollziehbar und somit auch einfacher konsequent einzufordern.

Viele Grüße
Birgit

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